Wie genau ist GPS beim Rasenmähen wirklich? RTK-Technologie im Detail

Wie genau ist GPS beim Rasenmähen wirklich? RTK-Technologie im Detail

„Ist GPS wirklich genau genug?“, höre ich fast täglich. Diese Frage beschäftigt viele Gartenbesitzer.
Die ehrliche Antwort ist deutlich komplexer als die Hochglanz-Broschüren der Hersteller.
Nach vielen Installationen zeige ich dir, wo die Technik glänzt – und wo sie in realen Gärten an Grenzen stößt.

Das Wichtigste in 30 Sekunden:

  • Theorie vs. Praxis: „Zentimetergenau“ funktioniert vor allem bei freier Sicht zum Himmel – Bäume, Häuser und enge Passagen können die Genauigkeit deutlich verschlechtern.
  • Drift-Problem: Karten können sich über die Saison leicht verschieben, gelegentliche Nachkalibrierung ist normal.
  • Die Lösung: In komplexen Gärten sind Hybrid-Systeme aus GPS und zusätzlichen Sensoren (z.B. Kamera oder LiDAR) häufig die zuverlässigere Wahl.
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Das Versprechen: „Zentimetergenaue Navigation“

Hersteller werben gerne mit Präzision im Bereich weniger Zentimeter. Das klingt beeindruckend.
Im Beratungsgespräch ist meine wichtigste Rückfrage deshalb: „Unter welchen Bedingungen?“

In der Praxis gilt: Die hohe Genauigkeit ist technisch möglich, aber meist nur bei idealen Bedingungen –
freier Himmel, wenig Störeinflüsse, durchdachte Platzierung der Referenzstation.
In einem lebendigen Garten mit Bäumen, Häusern und wechselnden Bedingungen sieht das oft anders aus.

Wie RTK-GPS wirklich funktioniert

Wenn du dich fragst: „Wie genau ist GPS beim Rasenmähen wirklich?“, dann lautet die technische Kurzantwort:
Mit moderner RTK-Technologie sind unter Idealbedingungen Abweichungen von nur etwa 2–3 cm möglich.
In offenen Gärten mit freier Sicht zum Himmel kann der Roboter Kanten sehr präzise abfahren und virtuelle Grenzen
erstaunlich genau einhalten – deutlich genauer, als es klassisches GPS ohne Korrekturdaten schaffen würde.

RTK („Real-Time Kinematic“) gehört zu den wichtigsten Verfahren für kabellose Mähroboter. Das Grundprinzip:

  1. Eine Referenzstation im Garten kennt ihre Position sehr genau und empfängt Satellitensignale.
  2. Der Roboter empfängt ebenfalls diese Signale sowie Korrekturdaten der Station.
  3. Aus der Differenz beider Messungen wird eine deutlich genauere Position berechnet.

Entscheidend ist die durchgehende Verbindung zwischen Satelliten, Station und Roboter.
Wird diese Kette gestört, leidet die Genauigkeit – bis hin zu Aussetzern. Genau deshalb ist die Antwort auf
die Frage „Wie genau ist GPS?“ immer zweigeteilt: technisch beeindruckend präzise,
in der Praxis aber abhängig von Garten, Umgebung und Signalqualität.

Die größten Probleme in der Praxis

In echten Gärten sind es oft dieselben Faktoren, die Probleme verursachen:

Typische Fehlerquellen:

  • Dichte Baumkronen lassen weniger Satellitensignale durch.
  • Zwischen Hauswänden oder Mauern werden Signale reflektiert (Multipath-Effekt).
  • Bei Stromausfall an der Referenzstation fehlen Korrekturdaten.
  • Über Monate kann sich die Karte leicht verschieben, besonders bei saisonalen Änderungen.

Steven – Experte für Mähroboter

Mein Experten-Tipp:
In Gärten mit vielen alten Bäumen, engen Passagen oder stark bebauten Bereichen
plane ich reines GPS meist sehr vorsichtig ein.
Oft ist eine Kombination mit Kamera- oder Sensorik-Systemen deutlich entspannter,
weil sie auch dort noch funktionieren, wo das Satellitensignal schwächelt.

Die Lösung: Hybrid-Systeme

Moderne Premium-Modelle verlassen sich nicht mehr ausschließlich auf Satellitendaten,
sondern kombinieren unterschiedliche Technologien: Satellitennavigation, Kamera/AI, Ultraschall oder LiDAR.
So gleichen sie die Schwächen einzelner Systeme besser aus.

Ein Beispiel für solche hybriden Ansätze ist der
Dreame A2*,
der GPS-Informationen mit zusätzlicher Sensorik koppelt.

Vorteile von Hybrid-Systemen

  • Der Roboter kann auch bei kurzzeitigem Signalverlust weiterarbeiten.
  • Hindernisse werden zusätzlich optisch oder per Sensor erkannt.
  • Entlang von Hauswänden und Objekten entsteht ein präziseres Fahrverhalten.

Mögliche Nachteile

  • Höhere Anschaffungskosten im Vergleich zu einfachen Systemen.
  • Optische Systeme benötigen saubere Kameras und gute Lichtverhältnisse.

Fazit: Ist GPS das Richtige für dich?

GPS-basierte Systeme sind leistungsfähig – aber keine Zauberei. Diese Übersicht hilft dir bei der Einschätzung:

GPS-Eignung nach Garten-Typ
Garten-Typ Empfehlung
Offene Fläche, wenig Bäume RTK-GPS ist in der Regel sehr gut geeignet und oft effizient.
Viele Bäume, enge Gassen GPS kann funktionieren, hat aber ein höheres Fehlerrisiko – Hybrid-System oder Kabel als Alternative prüfen.
Sehr verwinkelt, Dachüberstände Hier sind klassische Kabelsysteme oder reine Vision-/Sens

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